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Erste mechanische Uhren
Am grundlegenden Prinzip der Zeitmessung, die eine Zählung gleichmäßig wiederkehrender Ereignisse ist, hat sich nichts geändert, doch die dafür verwendeten Apparaturen verfeinerten sich immer mehr. Im 13. Jahrhundert wurden die ersten mechanischen Uhren erfunden, die die ersten Vertreter der modernen Technik darstellen. Sie war somit mehr als nur ein Werkzeug, sondern zugleich ein Zeichen für den Beginn einer neuen Epoche, in der Wissenschaft eine immer größere Rolle spielen sollte.
Doch das Bedürfnis, Zeit noch genauer einteilen zu können, hatte gerade im Mittelalter in Europa auch religiöse Hintergründe. Zeit war etwas, das erst mit der Schöpfungsgeschichte begann und mit dem Jüngsten Tag enden würde, demnach war sie ein Zeichen göttlicher Macht und Gegenstand metaphysischer Betrachtungen. In der alltäglichen Praxis waren es die Klöster, die eine genaue Messung der Stunden für ihren sehr streng geregelten Tagesablauf benötigten.
Die erste schriftliche Erwähnung eines Uhrmachers ist in einem Dokument aus dem Jahre 1269. Die Uhrmacher kamen aus den Berufen der Schlosser und der Grobschmiede. Da ihre Kunstwerke sehr teuer waren und sich nur wenige eine Uhr leisten konnten, zogen diese Handwerker oft von Ort zu Ort, um ihre Kunst anzubieten. Sie nahmen die Fertigkeiten von Goldschmieden und anderen Feinschmiedeberufen hinzu, um die Qualität und das Aussehen der Uhren zu verbessern. Nur an Orten, an denen es sowohl zahlungskräftige Abnehmer für Uhren gab - also in der Nähe von Fürstenhöfen -, als auch gute Handelsmöglichkeiten und ausreichend gutes metallverarbeitendes Handwerk, etablierten sich sesshafte Uhrmachermeister. Das war in Deutschland bei Nürnberg (Mitte des 16. Jahrhunderts erfreut sich die berühmte Taschenuhr "Nürnberger Ei" größter Beliebtheit) und Augsburg der Fall, in England London, in Frankreich Paris und Blois.
Hier konnte sich das Handwerk immer weiter verfeinern und es wurden neue Erfindungen gemacht, die die Präzision der Zeitmessung vergrößerten. So zum Beispiel die von Herr Cardano entwickelte und nach ihm benannte Aufhängungsmethode, Kreuzschlag und Remontoir des Astronomen J. Burgi und die im 17. Jahrhundert von Galileo Galilei erfundene Reibungs- oder Stiftnockenradhemmung für eine Turmuhr in Florenz - Galilei ist es auch, der die erste Pendeluhr konstruiert, die jedoch erst 1657 von dem Astronomen Christian Huygens weiter entwickelt und zum Patent angemeldet wird.
1675 wird in der Akademie der Wissenschaften in Paris die Spiralfederunruh veröffentlicht und ihr Erfinder, abermals der Astronom Huygens, geehrt. Fünf Jahre später erfindet Hooke die rückführende Hakenhemmung.
Die Uhren werden immer kleiner und genauer, Taschenuhren erfreuen sich größter Beliebtheit. Es geht längst nicht mehr nur um die Zuverlässigkeit der Uhren, sondern auch um ihre künstlerische Ausgestaltung, die die technischen Wunderwerke zu begehrten Schmuckstücken macht. 1720 schafft George Graham es, eine Unruh mit Spiralfeder zu entwickeln und somit auch die kleine Taschenuhr präziser zu machen. Obwohl französische Uhrmacher nachziehen, gelten englische Uhren bald als die genausten, die man bekommen kann. 1695 beträgt die Gangungenauigkeit einer Graham-Taschenuhr durch ein Kompensationspendel nur noch eine Sekunde am Tag.
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