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Das Problem der Zeit
Spätestens ab dem Jahre 1345 wird die Stunde einheitlich in 60 Minuten aufgeteilt, wie wiederum aus 60 Sekunden bestehen. Doch ist die gemessene Zeit keine "Einheitszeit", sondern mehr eine "Ortszeit" - zunehmende Transportgeschwindigkeit und wachsende Kommunikation machen es nötig, die Zeitmessung immer mehr zu vereinheitlichen, wenn sie funktionieren soll.
Zudem wandelt sich der Sinn der Zeitmessung. War eine Uhr im Mittelalter das Werkzeug, um Stunden und Minuten zu messen, so wird sie nun in der Neuzeit gewissermaßen zum Erschaffer der Zeit selber. Ein neues Weltbild greift um sich - die natürlichen Zyklen wie der Sonnenlauf, die bisher mit der Uhr abgebildet werden sollten, treten in den Hintergrund. Die Zeit wird unabhängig von ihren Ursprüngen - die Uhr selber ist es, die jetzt Tag und Nacht einen neuen Zeitrhythmus für die Menschen vorgibt. Eine Arbeit beginnt nicht mit dem Sonnenaufgang, sondern um sieben Uhr in der Früh, ganz gleich, ob es Sommer oder Winter ist. Das Gefühl für Zeit bleibt relativ - eine angenehme Stunde verfliegt, eine mühsame schleicht dahin -, doch die Messung ist davon unbeeindruckt und fasst alle Menschen im gleichen System zusammen.
Zeit wird zu einem wichtigen Faktor, den es zu definieren und zu kontrollieren gilt. Zeitverschwendung kann nun gemessen werden, die protestantische Ethik von Arbeit und Fleiß erhält einen Maßstab. Der von Benjamin Franklin geprägte Satz "Zeit ist Geld" wird zum Sinnbild des Kapitalismus, der in der Zeitmessung eine wichtige Unterstützung gefunden hat.
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